"Infos zur Taubenfütterung"

Holger Günnel

Züchter und Fütterungsexperte seit 1970



Nährstoffversorgung der Tauben

Als Nährstoffe bezeichnet man verschiedene organische und anorganische Stoffe, die von Lebewesen zu deren Lebenserhaltung aufgenommen und im Stoffwechsel verarbeitet werden.

Die verschiedenen Nährstoffgruppen sind:

 

Protein: liefert essentielle Aminosäuren (Baustoff für Enzyme und Strukturproteine wie in Muskeln), somit erforderlich für das Wachstum, liefert Antikörper, Transportproteine, usw...

Fett: Energielieferant (Energiereserven), liefert essentielle Fettsäuren, Baustoff für Hormone, Träger der fettlöslichen Vitamine, usw.

Kohlenhydrate (u.a. Stärke und Zucker):

Energielieferant (u.a. schnell verfügbare Energie), Aufrechterhaltung der Körpertemperatur.

Faser (u.a. Zellulose): notwendig für die Verdauung, beugt Darmerkrankungen vor

Asche (u.a. Mineralstoffe und Spurenelemente): erforderlich für Aufbau und Erhalt des Körpers (u.a. Knochengerüst, Federn), Regelung von Stoffwechselabläufen, Bildung der Eischale


Inhaltsstoffe der wichtigsten Komponenten

Reich an Kohlenhydraten sind: Paddyreis mit 65%, Buchweizen mit 65%, Mais mit 63%, Weizen mit 61%, Gerste mit 58%, Haferkerne mit 52%

Reich an Protein sind: Sojabohnen mit 37%, Erdnüsse mit 28%, geschälte Sonnenblumenkerne mit 25%, Mungbohne mit 25%, Leinsamen mit 24%, Perillasaat mit 23%, Sesamsaat mit 23%, Rapssamen mit 22%, Hanf mit 22%, Erbsen mit 21%

Reich an Fett sind: Sesamsaat mit 50%, Erdnüsse mit 47%, geschälte Sonnenblumenkerne mit 45%, Perillasaat 43%, Raps mit 40%, Leinsamen mit 34%, Hanf mit 31%, Kardy mit 27%

 

Es ist zu erkennen, dass einige Komponenten wie Rapssamen, Erdnüsse, Leinsamen, Sesam, geschälte Sonnenblumenkerne oder Perillasaat zweifach hochwertig sind, nämlich in Protein sowie Fett.


Die Kunst der Fütterung

  • Unsere Tauben geben uns das zurück, was wir in sie investieren.
  • Die Mischungen müssen den Bedürfnissen der Tauben angepasst werden. Zu beachten sind die Jahreszeiten und Belastungen der Tiere (u.a. Anpaarung, Zucht, Reiseprogramm, Mauser und Ruhezeit)
  • Um den Energiebedarf zu erkennen braucht man viel Zeit, ein sehr gutes  Auge und Fingerspitzengefühl. Aus dem Fressverhalten der Tiere können Schlüsse gezogen werden.
  • Die Flugenergie auf Mittel- und Weitstrecke wird zum größten Teil aus Fett gewonnen. Zu beachten ist, dass die Energie aus fetthaltigen Komponenten den Tieren erst nach drei Tagen zur Verfügung steht.
  • Der Energiebedarf für einen Flug richtet sich in erster Linie nach dessen Schwere (Dauer), an zweiter Stelle kommt erst die Entfernung.

Aus den genannten Gründen können wir Ihnen keinen Futterplan erstellen, da uns weder Ihr System, der Reiseplan, Ihr Schlag noch Ihre Tauben bekannt sind. Das liegt ausschließlich in Ihrer Hand, der Hand des Züchters!

 

Wer die wenigsten Fehler macht, wird Sieger.

 

Gut Flug!